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Pfarrei Heidenfeld  > Kirche St. Laurentius

Der Chorraum


Die Kirche wurde zwar 1906 vollendet, doch viele Teile in klassizistischem Stil retteten die Vorfahren in die neue Pfarrkirche. Der klassizistische Hochaltar aus der Hand des Hofbildhauers Johann Peter Wagner, der natürlich dem größeren Chorraum angepasst werden musste, zieht den Blick der Gotteshausbesucher auf sich: Anstelle eines Altarbildes schuf Wagner eine Kreuzigungsgruppe. Jesus, mit dem Strahlenkranz umgeben, wendet sich seiner Mutter zu. Schmerz spiegelt sich in den Gesichtern von Maria und Johannes. Die Mutter Jesu verkörpert durch ihre Geschlossenheit die Betroffenheit. Im Gegensatz dazu zeigt sich die Aufgelöstheit von Johannes sowohl durch die Drapierung des Gewandes als auch durch verquollene Augen und aufgewühltes Haar. Die Anteilnahme setzt sich in der Öffnung von Händen und Armen fort.

Über der Kreuzigungsgruppe schwebt die Geisttaube. Gottvater liegend mit der Weltkugel in der einen Hand und mit der anderen nach oben weisend - eine Anlehnung an die Gottvater-Figur von Materno Bossi am Hochaltar der Stiftskirche - schließt den Hochaltar nach oben ab.

Engel mit und ohne Attribute befinden sich im Chorraum, auf Gemälden und an der Kanzel, manchmal mit fröhlichem Gesichtsausdruck. Die Reliquienkästen wurden nachträglich in die Säulen neben dem Hochaltar eingelassen. In den Seitenkulissen vom Hochaltar sind der hl. Laurentius (links) und der hl. Stephanus (rechts) zu sehen. Beide verbindet der Mut, die Treue zu Gott höher anzusetzen als das eigene Leben.

Das Chorgestühl auf beiden Seiten des Chorraumes kommt aus der Stiftskirche. In je einem Medaillon sind der hl. Augustinus und der hl. Mauritius zu erkennen. Die Mauritiuskreuzchen weisen ebenso auf den früheren Besitzer hin.

Im Chorbogen befindet sich eine Bronzetafel, die von 1661-1803 den Schrein mit den Gebeinen des Martyrerpriesters Liborius Wagner neben dem Hauptaltar in der St. Mauritius Kirche verschloss. Auf der Tafel ist in lateinischer Sprache besonders das Sterben von L. Wagner geschildert.

Der Wallfahrtsaltar mit den Reliquien des seligen Liborius Wagner wurde 1974 nach dessen Seligsprechung von Julian Walter, Vasbühl, angefertigt.