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Die Geschichte des Ortsverbandes

Geschichtlicher Rückblick

 

 

„Hirschfeld, den 7. Mai 1905

 

Betreff: Gründung eines kath. Arbeitervereins

 

Unter heutigem wurde eine Versammlung abgehalten betreffs Gründung oben genannten Vereins. Nach einem Vortrage wurde beschlossen, dass der Verein gegründet ist und es traten 20 Mitglieder bei. Es wurde eine Aufnahmegebühr pro Mitglied von 50 Pfennig erhoben. Monatsbeiträge sind pro Monat und Mitglied 20 Pfennig. Monatsbeiträge sind in der Monatsversammlung zu erheben. Die Versammlung findet jeden Monat am 1. oder 2. Sonntag statt.“

 

So steht es im alten Protokollbuch des Kath. Arbeitervereins Hirschfeld, das der langjährige Kassier Otto Stock über die Jahre hinweg vor dem Verfall gerettet hat. Die regen Eintragungen in das Protokollbuch lassen auf regelmäßige Zusammenkünfte der Gemeinschaft schließen. Was es in den Versammlungen zu besprechen und diskutieren gab, lässt sich leider nicht nachlesen. Bestimmt aber waren es Probleme, die mit der Arbeit und dem Beruf und dem Glauben zusammen hingen.

 

Am 8. August 1909 wurde beschlossen, eine Vereinsfahne zu beschaffen.

Ein Jahr später am 3. Juli 1910 sollte dann die feierliche Fahnenweihe sein. Über den Festverlauf finden sich keine Eintragungen im Protokollbuch. Nachdem aber auf der Fahne groß die Zahl 1910 aufgestickt ist, war es bestimmt ein größeres Ereignis.

 

Ein trauriges Kapitel in der Geschichte des Kath. Arbeitervereins begann am 4. Januar 1914. Es war die letzte Versammlung vor Ausbruch des 1. Weltkrieges. Von der Mobilmachung waren sicher auch viele Hirschfelder betroffen, sodass an ein geregeltes Vereinsleben nicht mehr zu denken war.

 

Nach dem vielen Leid und Elend des 1. Weltkrieges fasste man am 28. März 1920 den Entschluss, den Kath. Arbeiterverein wieder zum Leben zu erwecken. Mit 30 Mitgliedern wurde die 1. Versammlung gehalten. Am 4. April kamen nochmals 26 Neumitglieder dazu. Für Hirschfeld sicherlich eine stattliche Zahl.

 

Die Sorgen und Nöte, die die Arbeitnehmer bedrückten waren nicht geringer geworden. Regelmäßige Eintragungen lassen auf einen aktiven Verein schließen.

 

Die katholischen Vereine gerieten in den 30er Jahren immer mehr unter Druck und Verfolgung durch das Nazi-Regime. Als dann 1933 Hitler an die Macht kam beschloss man, den Verein aufzulösen.

 

Im Protokoll-Buch ist unter 25. Juni 1933 folgender Original-Text zu lesen:

 

"In der heutigen Generalversammlung wurde beschlossen, dass der kath. Arbeiterverein sich auflöst und sein ganzes Vermögen und Inventar dem St.-Johannes- Zweigverein vermacht."

 

Nach ca. 15 Jahren - am 9. Mai 1948 - ist im Protokoll-Buch folgender Eintrag zu lesen:

 

"Heute findet im Saal der Gastwirtschaft Müller eine Versammlung der gesamten Gemeinde statt. Es soll der Arbeiterverein wieder erstehen unter dem Titel „Kath. Werkvolk".“

 

Nach einer Ansprache des Vorstandes des Kath. Werkvolkes St. Kilian Schweinfurt, Herrn Druck, wurden die Aufnahmeformulare verteilt. 16 Männer und eine Frau haben sich bereiterklärt.

 

Ab 1951 klafft eine große Lücke im Protokollbuch, da man keinen Schriftführer hatte. Pfarrer Landwehr machte 1957 einen Rückblick über die vergangenen Jahre. Er berichtet über die Planung, das 50-jährige Bestehen des Kath. Arbeitervereines bzw. nun des Kath. Werkvolkes zu feiern. Da man jedoch nicht so geübt im Feiern war, traute man sich nicht so recht. Und so verstrich ein um das andere Jahr. Man vergaß schließlich den 50. Geburtstag

 

Die Eintragungen berichten nun in einer unregelmäßigen Folge von Besuchen bei Vereinsfesten, Vorträgen, Bezirksversammlungen und dergleichen.

 

Am 10. Juli 1977 feierte dann die KAB Hirschfeld das 25-jährige Bestehen zusammen mit dem 10-jährigen Bestehen der Heidenfelder KAB. Man hat sich jünger gemacht als man war, da nur das Bestehen der KAB gefeiert wurde.

 

In diesen Jahren sind die beiden selbstständigen Ortsvereine immer enger zusammengewachsen. Gemeinsame Veranstaltungen, Kegelabende, Fahrgemeinschaften zu den Bezirksveranstaltungen ließen erkennen, dass die Orte Heidenfeld und Hirschfeld zusammengehören. Die Pfarrei Heidenfeld-Hirschfeld gab es ja auch schon lange.

 

Die Gebietsreform 1978 fügte die beiden Gemeinden nun auch politisch zusammen.

 

So wurde am 28. Februar 1986 im Gasthaus Rückert der Beschluss gefasst, einen gemeinsamen Ortsverein zu bilden. Als Namen wählte man "KAB Heidenfeld/Hirschfeld." Das Gründungsjahr wurde von Hirschfeld übernommen und auf 7. Mai 1905 festgelegt.

 

Am 5. Mai 1990 wurde das Fest „85 Jahre KAB Heidenfeld/Hirschfeld“ gefeiert.

 

Die wechselvolle Geschichte des Vereins wurde auch von vielen Vorständen geprägt:

 

07.05.1905 bis 04.01.1914 Stock Kaspar

28.03.1920 bis 15.01.1922 Fuchsberger Ludwig

22.03.1925 bis 22.01.1928 Geyer Alfred

22.01.1928 bis 25.06.1933 Stock Hermann

09.05.1948 bis 1950 Geyer Alfred

1950 bis 1966 Dittmann Karl

1966 bis 1970 Knaup Kilian

05.11.1966 bis 28.03.1971 Endres Albin (Ortsverband Heidenfeld)

28.03.1971 bis 17.03.1974 Wolf Alfred (Ortsverband Heidenfeld)

17.03.1974 bis heute Göbel Felix

Für einen kath. Verein wie die KAB ist es auch üblich, dass ein Präses die Arbeit des Vereins unterstützt.

 

Bei der Gründung am 7. Mai 1905 war es der noch vielen bekannte Pfarrer Georg Nickel. Danach wirkten:

Pfarrer Schöller,

Pfarrer Landwehr, der sich auch als Protokollführer betätigte,

Pfarrer Karl Lesch,

Pfarrer Alfred Hummel und

Pfarrer Paul Schneider.

 

Dieser geschichtliche Rückblick zeigt nur einen kleinen Teil der Aktivitäten, die die Vereinigung in all den Jahren geleistet hat. Höhen und Tiefen lassen sich aus dem Protokollbuch nur erahnen.

 

Für uns ist es nun eine Verpflichtung, das Protokollbuch weiter mit unseren Aktivitäten zu füllen.